
Unter dem Titel GUTE GESCHÄFTE hatte das Aktive Museum vom 10. April bis zum 31. Juli 2011 im Centrum Judaicum in der Oranienburger Straße und dann vom 20. Oktober 2011 bis 30. Januar 2012 im Landesarchiv Berlin seine Ausstellung über den Kunsthandel in Berlin in der Zeit von 1933 bis 1945 gezeigt. Das Projekt wurde vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Vom 30. März bis zum 20. Mai 2012 ist die Ausstellung jetzt erneut zu sehen, und zwar im HAUS am KLEISTPARK.
Mehr als fünfundsechzig Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft ist die Geschichte des Kunsthandels in Berlin in dieser Zeit noch immer ein Desiderat der Forschung. In der »Reichshauptstadt« Berlin, in den 1920er Jahren eine der Metropolen des internationalen Kunsthandels, wurden die Maßnahmen der nationalsozialistischen Kunst- und Kunsthandelspolitik ab 1933 unmittelbar wirksam.
Anhand der Geschichte von vierzehn Berliner Kunsthandlungen zeigt die Ausstellung beispielhaft, wie die Politik jener Jahre auf eine bis dahin weitgehend unabhängige Branche Einfluss nahm. Neben einigen prominenten Häusern, die den Kunsthandel im Berlin der 1920er Jahre maßgeblich geprägt haben, werden auch kleine, bisher weitgehend unbekannte Galerien dokumentiert.
Viele Berliner Kunsthändler wurden Opfer der antisemitischen Verfolgung. Sie mussten ihr Geschäft aufgeben, und nicht allen gelang es, rechtzeitig zu emigrieren. Andere waren als Profiteure bei der Liquidation der Geschäfte ihrer verfemten Kollegen oder als Hehler beschlagnahmter und geraubter Kunst aktiv beteiligt. Hinzu kam ab 1937 der Handel mit den in deutschen Museen als »entartet« beschlagnahmten Werken der Moderne. Der freihändige Verkauf gegen Devisen ins Ausland verlief hauptsächlich über vier Kunsthändler. Drei von ihnen waren in Berlin tätig.
Zwischen 1933 und 1945 fand auf dem Berliner Kunstmarkt ein Verdrängungsprozess statt: während zahlreiche Kunsthandlungen schließen mussten, wuchs die Bedeutung von Auktionshäusern, die private Kunstsammlungen oder ganze Wohnungseinrichtungen von meist jüdischen Berlinern versteigerten. Bis zuletzt profitierte der Berliner Kunsthandel darüber hinaus vom Handel mit Beutekunst aus den im Krieg eroberten Gebieten.
Auch die Debatte um die Restitution verfolgungsbedingt entzogener Kunstwerke steht noch immer am Anfang. Erst seit einigen Jahren werden die Bestände der großen Berliner Museen und Sammlungen nach »Raubkunst« durchleuchtet. Nur wenige Bilder wurden seither den Nachfahren ihrer früheren Besitzer zurück gegeben. Den Blick der Öffentlichkeit auch hierauf zu lenken, ist ein Anliegen dieser Ausstellung.
Der Katalog ist für 20 € (zzgl. Versand) über die Geschäftsstelle des Aktiven Museums (und während der Ausstellungslaufzeit außerdem im HAUS am KLEISTPARK) erhältlich.
Gesamtaufnahme Kunsthandel in Berlin 1928 - 1943: Dies ist eine erste Zusammenstellung der Brancheneinträge in den Berliner Adressbüchern für Kunstantiquariate, Kunstauktionshäuser, Kunst- und Gemäldehandlungen, Versteigerer, Auktionatoren und Taxatoren zwischen 1928 und 1943. Sie ist eine gemeinsame Leistung aller AG-Mitglieder. Eine detaillierte Auswertung konnte noch nicht erfolgen. So ist dies ein Angebot und Steinbruch für zukünftige Recherchen.
erschienen im Januar 2012 - Titel: Geschichte des Tempelhofer Feldes und des Flughafens Tempelhof. Ortsbegehung, Pläne, Diskussionen zum kostenlosen pdf-Download

Die Ausstellung des Aktiven Museums anlässlich des 100. Geburtstages von Varian Fry war im November/Dezember 2007 in der Akademie der Künste am Pariser Platz 4 in Berlin-Mitte zu sehen.
Nachdem wir dankenswerterweise von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin Unterstützung für die Produktion einer Wanderausstellung über Varian Fry auf der Grundlage der Schau in Berlin erhalten haben, konnte diese Version seit 2008 bislang in der Schweiz, in Paris und an mehreren Orten in Deutschland gezeigt werden, zuletzt im Dokumentationszentrum Prora auf Rügen, im Rathaus Würzburg, in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache in Dortmund und in der Volkshochschule Leverkusen. Vom 1. April bis zum 29. Juli 2012 wird sie im Stadtmuseum Erlangen Station machen. Ab August 2012 steht die Wanderausstellung auch weiteren interessierten Institutionen gerne zur Verfügung.
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Vom 9. Dezember 2010 bis 31. März 2011 war eine englischsprachige Version der Ausstellung unter dem Titel 'Final Sale. The End of Jewish Owned Businesses in Nazi Berlin' im Leo-Baeck-Institut New York zu sehen.
Zur Erinnerung: Vom 24. Oktober bis zum 13. Dezember 2008 (nach der zwischenzeitlichen mutwilligen Zerstörung, Wiedereröffnung und Laufzeitverlängerung!) war anlässlich des 70. Jahrestages des Novemberpogroms 1938 im Foyer des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität zu Berlin eine Ausstellung zu besichtigen, die das Aktive Museum in Kooperation mit dem Forschungsprojekt 'Ausgrenzungs-prozesse und Überlebensstrategien. Kleine und mittlere jüdische Gewerbeunternehmen in Berlin 1930/31-1945' am Lehrstuhl für deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert der Humboldt-Universität erarbeitet hatte. Nach einer zweiten Station im Landesarchiv Berlin im Frühjahr 2009 wurde sie von Oktober bis Dezember 2009 im Foyer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der HU, Spandauer Straße 1 (Nähe Hackescher Markt), erneut gezeigt.
Der Katalog ist auf deutsch oder englisch über die Geschäftsstelle des Aktiven Museums erhältlich.
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